Im Jahre 1873
entdeckte Ernst Abbe die sogenannte Beugungsgrenze. Diese gibt an, dass ein
Mikroskop zwei Objekte, die sich näher als die halbe Wellenlänge des verwendeten
Lichtes sind, nicht voneinander trennen kann. Diese Auflösungsgrenze wurde 1994
im Bereich der Fluoreszenzmikroskopie von Prof. Hell mit dem RESOLFT-Konzept
durchbrochen. RESOLFT steht für reversible saturable optically linear
fluorescence transitions. Wie der Name besagt, beruht das Konzept auf Molekülen,
die lichtinduziert zwischen zwei Zuständen wechseln können, von denen einer
optisch aktiv ist. Durch das Hin- und Herschalten können Moleküle, die weniger
als eine halbe Wellenlänge voneinander entfernt sind, sequentiell ausgelesen
werden.
Dieses Konzept
wurde zuerst durch die STED-Mikroskopie (stimulated emission depletion)
verwirklicht. Mikroskope dieses Typs arbeiten mit Fluoreszenzmarkermolekülen,
die mit einem ersten fokussierten Laserstrahl aus dem Grundzustand in einen
fluoreszierenden Zustand angeregt werden. Unmittelbar danach regt ein
zweiter, doughnutförmiger Laserstrahl die Moleküle im Randbereich des
Brennflecks durch stimulierte Emission wieder ab. Dadurch können nur die
Moleküle im Mittelbereich des doughnuts spontan fluoreszieren und liefern somit
ein nicht beugungsbegrenztes Signal. Beide Laserstrahlen werden über die Probe
gescannt, um das Gesamtbild zu erhalten.
Die
STED-Mikroskopie erwies sich als äußerst wertvoll für die Lebenswissenschaften,
denn nun können Objekte und Strukturen in lebenden Zellen beobachtet werden,
die bislang nur durch Elektronen- und Rasterkraftmikroskopie in fixierten
Zellen sichtbar gemacht werden konnten. Um Wechselwirkungen zwischen
verschiedenen Proteinen in vivo verfolgen zu können, die mit unterschiedlichen
Farbstoffen markiert wurden, und Rückschlüsse auf ihre Funktionsweise zu
ziehen, sind STED-Mikroskope nötig, die mehrfarbige Bilder aufnehmen können.
Bislang sind Aufnahmen mit bis zu
drei Farben möglich. Dabei werden zwei Marker durch ihre Fluoreszenzlebensdauer
unterschieden und ein dritter durch die Emissionswellenlänge. Dazu sind
allerdings 4 Laserstrahlen nötig, was technisch nicht einfach umzusetzen ist. In dieser Diplomarbeit soll ein anderes
Mehrkanal-STED-Mikroskop mit entwickelt werden.
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